… that Feeds You!
Von einer tagelangen Schweinerei.
Es gibt ja so Zeiten, da läuft alles anders als geplant. Was soll’s? Wir sind doch flexibel.
Montag ausm Kurzurlaub zurückgekommen, essen gegangen. Fleischreste mitgenommen und Dienstag verarbeitet.
Mittwoch morgens früh aufn Markt, der Nachwuchs soll endlich wieder richtiges essen.
Ausser einer Menge Gemüse landet auch ein Kilo Schweinebauch vom Hess im Korb.
Mittwoch mittags Pfannkuchen mit Apfelkompott. Aber hey! Immerhin aus Demeter-Boskoop…
Sternanis, Zimt und Nelken passen da übrigens hinein.
Donnerstag mittag Ofengemüse mit Kartoffelpüree der unkochenden Boys.
War klar: Sohn begeistert, Tochter leert das Püree solo.
Freitag morgen der nicht verifizierte Gedanke, mittags könnten Hungrige anwesend sein. Waren sie auch. Blöd aber, wenn ein Kilo Schweinebauch nach vier Stunden auf Stufe 1 in Brühe doch nicht weich ist.
Just in diesem Moment ist die relevante Köchin froh, doch wieder zuviel Gemüse gekauft zu haben und bietet eine schnelle Suppe aus Bestand mit einer Kelle Brühe vom Schweinebauch an. Charmantes Lächeln und Plaudern beim Metzger führt zudem zu einem dichten Wienerle-Bestand in der Tiefkühltruhe, der die geführchtete, eher als Behauptung ausgesprochene Frage “SCHON WIEDER KEIN FLEISCH?” elegant abwehrt.
Puh!
Samstag morgen geh ich erst gar nicht auf den Markt. Aber zum Gemüsebauern Schmutz, haRRrhaRRrr!
Eier, Nudeln, Milchprodukte und Gemüse kosten mich 40 Euro, verdammt! Eine kleine Fenchelknolle und sechs von den kleinen scharfen bunten Paprika bekomme ich geschenkt. Frau Schmutz hält mir eine Henne vor die Kamera, ich nenne sie Erna.
Emma geht nicht, sie ist keine Möwe. Schade.
Ich habe Pläne und erhitze erneut den Schweinebauch in der Brühe. Später schalte ich wieder aus. Kein Nachwuchs da. Heidelberger Herbst und Arbeit hindern am Essen zuhause. Während ich mich wunder, warum ich nicht auch mit Kurpfälzern den neuen Wein feier (samstags arbeiten war keine Option), wickel ich den miterweile zarten Bauch in Folie und lege ihn kalt.
Koche Tee und schaue Krimis auf öffenich-rechich.
Kann man samstagsabends auch mal haben, ehrlich!
Sonntag 7:30 beim Kaffee ohne Milch lese ich in facebook, dass eine der Pyjama-Girls im Zimmer nebenan ihren zweiten Socken sucht. Wach sind sie also, denkt die Mutter in mir. Noch oder schon? Mir doch egal.
Ich ziehe mir zwei Socken und zwei Boots an und fahre zum Neulandbauern Gawron in Hoffenheim.
Der Sohn Gawron ist da, die Eltern sind in Urlaub.
Er zeigt mit den Hof.
Berichtet davon, dass die konventionelle Schweinezucht am Ende war. Dass sie wieder davon leben können, seit der Metzger Hess sie ermutigt hat, auf Neuland umzusteigen. Dahin, ins gleiche Dorf, gehen ihre Schweine zur Schlacht.
Vielleicht wird er irgendwann den Hof übernehmen. Erstmal studieren.
Die Schweine sind entspannt. Sind erst erschrocken wegen mir und der Kamera, kommen dann neugierig nahe.
Deutschland sucht das Superschwein, und alle stehen bereit.
Auf Nachfrage weißt er mir den Weg zu freilaufenden Rindern, die vermuich für Fleisch, nicht für Milch gehalten werden.
Mein Navi versagt, aber ich finde. Bin hier zuhause. Die Weiden sind leer. Ich frage vorerst nicht weiter nach.
Wieder zuhause, schiebe ich den Schweinebauch in den Ofen und bereite Gemüse.
Bin sehr froh, dass der Nachwuchs die Fotos positiv kommentiert.
Ja, dieses Zeug hat Augen.
Wir essen es trotzdem und wir wollen weiterhin denen unser Geld geben, die damit sorgsam umgehen!
Kaum gegessen, gehe ich auf die Eröffnung Maurs Weinladen hier. Teste Weine.
Vielleicht ist meine Zunge zu geschweint für rechte Verkostung: Mir kommt alles zu flach vor.
Ich treffe dort Astrid, deren Tochter heute morgen doch noch den zweiten Socken gefunden hat und wir sind und schnell einig:
Wir brauchen keine knochentrockenen Weine mehr, wenn deren einziges Kriterium ist, keine Restsüße mehr zu haben.
Wir wollen Weine von hier, aus dem Kraichgau, die unsere Zungen mit Ausgewogenheit liebhaben.
Den Bauch mit Fenchel habe ich mir von Simone abgeschaut.
Musste ihn leider für meine eigene Portion sanktionieren.
In tiefer Verbundenheit hat auch Natalie eben Schweinebauch geblogt…

Schweinebauch mit mitgebackenem Fenchel, Sahnekraut und Karotten.







Schon bei Simone hat mich der Bauch angelacht. Jetzt muss ich auch welchen auftreiben!
Absolut spitzenmässig, der Bauch. Und während du auffe Couch gelegen hast und Krimis geguckt hast, hab´ ich tonnenweise Kartoffeln geschält. Ich sag´s ja, die Welt ist schlecht…
ist diese woche denn schweinebauchwoche?
aber dass du auf facebook checkst ob deine kids wach sind, das ist obercool.
und der Gockel ist sympathisch.
sorry – Henne!
Und Deutschland sucht das Superschwein! lass dir das mal patentieren, sonst haben wir im Nu eine Sendung mit Tim mÄlzer auf EinsPlus…
zorra, nata (die Redaktion kommt damit nicht klar und schreibt hier von falschen Tatsachen Simone) isst 3 DREI! Tage lang an einer Kartoffel! Schafft mich immer noch.
Ich mag meinen Bauch auch, Claus :)
Was durch das lange Garen auf Stufe 1 (DREI Tage, ihr erinnert?) besonders schön geworden ist: Die untere Schicht dunklen Fleischs ist total rosa und mürbe geworden. Man hätte denken können, es sei gepökelter Bauch gewesen.
Ja Ilse, irgendwie sehnen wir unbewusst wohl doch den Winter mit seinen deftigen Gerichten herbei ;)
Als meine Kleine noch ganz klein war, hab ich ihr eine Webcam ins Zimmer gestellt und konnte so im Büro sehen, wann sie wach wurde. Auch Handwerker beim Wohnungsumbau hatte ich im Livestream….
Kontrolle hat hier also Tradition *g*
Mälzer? Der soll bei seinen Bullen bleiben!
würde mich schon reizen, auch mal so etwas zu braten. Aber ich muss es alleine essen, dann machts wenig Spass.
Nur so der Form halber, die Monsterkartoffel gehört mir, nata, – nicht Simone!
Ach Mist. Das Ding verwirrt mich, wie du siehst.
Nach soviel Kuh wär´s auch mal wieder Zeit für Schwein – oder Tomate. Wär auch besser für den Bauch.
Robert, machs trotzdem!
Der Bauch schmeckt auch kalt auf Brot mit Senf super :)
Tomate, Alex. Eindeutig Tomate!