Untergegangen sind wir.
Sang- und klanglos.
Dass wir ein Risiko eingehen, wenn wir beim Cooking-Cup-Thema “The Taste of Thailand” hauptsächlich Zutaten verwenden, die hier und jetzt Saison haben, dazu ausgerechnet noch eine Forelle, das wussten wir. Entweder würde uns diese Herangehensweise ganz nach vorne oder ganz nach hinten bringen.
Es war hinten.
Von allen Teams bekamen wir für die Zutatenauswahl die wenigsten Punkte.
Im Vorfeld und auch hinterher gab es teilweise kontroverse Diskussionen darüber, was “authentische Küche” im allgemeinen eigenich bedeutet.
Meiner Meinung nach muss man diesen Begriff zeiich betrachten:
Noch vor wenigen hundert Jahren waren zB. Chili in Asien unbekannt.
Im Gegensatz dazu werden Forellen durchaus in Thailand gezüchtet und gegessen.
Wo setzt man da die Grenze an?
Ist eine Adaption des Geschmacks auf vorhandene Zutaten nicht legitim?
Thompson, meistgenannter Autor in Sachen thailändische Küche bemerkt dazu:
“(…) Indeed, Thai cooks would consider it madness not to use the best ingredient available – as should any good cook. They would refuse to use a second-rate ingredient just because it was specified in the recipe, if there was a higher-quality alternative. Therefore, the Western cook should feel free to substitute the best and freshest ingredients available. (…)”.
David Thompson – Thai Food, 2002. S. 140 in der englischen Auflage von 2010
Jetzt will ich aber erstmal keine Fehler mehr machen und schab’ Spätzle so, wie meine Oma mich das lehrte.
Ganz authentisch aus vielen Eiern, Spätzlemehl, wenig Wasser und Salz.
Schlage den Teig mit dem Holzlöffel, bis er Blasen wirft und lasse ihn abgedeckt 30 Minuten stehen.
Schabe dann vom Buchenholzbrett mit dem Messer ins Salzwasser.
Schichte abwechselnd mit geriebenem Allgäuer Emmentaler in eine Form, überbacke kurz und obenauf kommen g’schmelzte Zwiebeln.
Dazu Endiviensalat, den ich nach Oma-Emis Lehre in warmem Wasser geputzt habe, so wird er etwas weicher und weniger bitter.
Als ich über die angerichteten Teller Pfeffer mahle, überkommt mich Panik.








Kein Pfeffer !?
Nur wo der Pfeffer wächst!
Hallole, bei unserem Familienrezept kommen an Spätzle Mehl, Eier, Milch und eine Prise Salz und die Verwendung eine Spätzlepresse ist erlaubt. Aber ich bin ja auch Kurpfälzer und kein Badenser (zumindest in diesem Fall). Aber warum Du beim Pfeffer Panik geschoben hast? Der ist doch schon ewig in Europa. Und Salz wirst Du doch auch eher Meersalz als Siedesalz nehmen.
Köstlich! Wer brauchts da noch exotisch wenns einheimisch schon so sinnesfreudig zugeht ?! :)
hey, das klingt ja schon nach einem anrichte-trauma… na ja, wenn man sich unseren teller anschaut kein wunder ;-)
was haben wir daraus gelernt? koche nix was du nicht kannst, thailand is blöd und durchgebratene ente machen wir nicht.
in diesem sinne.
schöne Spätzle und schöne Fotos;-)
Ich liebe Spätzle und mache sie auch so, allerdings ganz ohne Wasser, wenn das erlaubt ist;-)
Liebe Grüße, Veronika
Weißt du was am Schönsten an dem Posting ist? Dass ich gerade wieder die Oma vor mir sehe, wie sie, mit Löwenzahn bekränzt, ein Bussi bekommt. Aber ich glaube, das war eine andere Oma, oder?
Das mit dem Endiviensalat merke ich mir, ich habe gerade heute einen ganz fetten in der REGIONALEN Bio-Kiste gehabt :-)
Hallo Heike,
sieht alles sooo lecker aus, und schmeckt gerade gut mit viel Pfeffer! Tolle Fotos :-)
Übrigens, musst mal probieren, 1 Schicht Stinkerkäse zusätzlich zum Emmentaler (oder Bergkäse) zwischen die Spätzle zu geben, riecht zwar zum Umfallen beim Vorbereiten, aber nach dem Backen ist es einfach nur himmlisch würzig und der Muff ganz verflogen. :-) Habe ich von einer Bäuerin aus dem Allgäu gelernt.
Ich find’s toll, dass ihr am Cup teilgenommen habt (meine Nerven wären auf Grundeis gegangen !!!), auch wenn es nicht so ausgegangen ist wie ihr es euch erhofft hattet. Es hätte auch gut gehen können, war eben Risiko. Beim nächsten Mal läuft es wieder anders.
Liebe Grüße von Barbara
Du traust dich was……Spätzle ausserhalb des Schwabenländles tzzz
Mir tut es leid, dass euer Konzept nicht angenommen wurde.
….und die Käsespätzle sehen klasse aus.
hah, ich hatte ne tante “emi”, mittem kochen hatte se’s nich so und auch sonst kann ich mich an keine erwähnenswerten tugenden erinnern, die man ihr anlasten könnte…sei’s drum: danke für den tipp mit der endivie, kannte ich noch nich…!
Mehr als den Endivien waschen kann meine Emi auch nicht *g
sehr schön Heike, es sieht so lecker aus, das ich fast schon mein Hüftgold spüren kann.
Ich liebe Käsespätzle!
Lirum Larum Löffelstiel … ;)
Milch ist ok, Hans-Martin, Wasser halt billiger. Spätzlepresse ist Spätzlequälerei, aber das wird ja leider nicht geahndet…
Pfeffer? Hajo, das ist ja grad die Frage: Wie lange muss etwas benutzt werden, um authentisch zu sein? ;)
Als Nudelwassersalz nehm ich ganz normales Steinsalz, verkauft mir mein Metzger….
Micha, genau drum gibt’s ja sogar in F Linsen mit Saitenwürstle, gell?
heike-Schatz :)
Nur der Pfeffer, nur der Pfeffer!
Danke Veronika. Ohne Wasser geht auch. Ist ja dann noch billiger…
Jaaaaa, Jutta, genau das ist die Spätzleoma. Ich muss mal das Foto suchen, dass sie beim Kartoffelschneiden zeigt. Die Kittelschürze wollte sie unbedingt ausziehen dazu, aber Messer und Kartoffeln hat sie wieder in die Hand genommen. Und ein schönes Gesicht gemacht :)
Die andere Oma ist die Endivienoma.
Guter Tipp, Barbara! Wenn das sogar authentisch ist, wag ich mich da ganz bestimmt mal dran!
Heidi, als Exilschwabe wird mir das nachgesehen.
Die hier sind ja Spätzlequäler, wie du an Hans-Martin siehst…
@Heike: Wehret den Anfängen, heute ist es der Pfeffer und morgen ;-) ???
Eigentlich hast Du Recht:
Rettet die Spätzlen, kein Verzehr, kein Verkauf!
:-P
Und von wegen authentisch: Was für einen Käse hast Du nochmal genommen? Allgäuer Emmentaler? Das Emmental liegt immer noch in der Schweiz! Zorra, hilf mir! Das ganze Gericht schmeckt zwar umwerfend gut, ist aber regional nicht authentisch. Setzen, fünf! :-P
Uuuups.
Ja, das mit dem Allgäuer Emmentaler ist schlimm. Aber Spätzlepresse geht ja auch gar nicht. Echte Omis machen es direkt vom Brett. ;-)
Egal – Du weißt….
Vielleicht könnte ich dann bitte mal eine Schulung im Spätzleschaben bei Dir belegen? Ich versuche mich seit rund zwanzig Jahren immer mal wieder, aber stets erfolglos, daran und bin längst dazu übergegangen, nur noch Knöpfle zu machen.
Du, wer ohne Spätzleswasser im Blut geboren wurde…
Authentisch koche nie; niemals!
Ist einfach schonender und schmeckt oft besser. Zum Beispiel schabe ich die Spätzle nicht mit dem Messer, sondern habe dafür einen speziellen Schaber aus Metall. Hätte Oma nie genommen, ich komm aber besser klar damit. Überhaupt mache ich immer nur unauthentische Käsespätzle. Weil ich im Gegensatz zu Melonen Anderen überhaupt nicht weiß, wie das authentisch autorisiert ist.
Dafür darf ich dann Pfeffer frisch darüber mahlen. Hast Recht, geht nicht, ich mach es trotzdem!
Aber was ist Cooking-Cup?
Grüße, dogmatische ;-)
Ehrliche Küche ohne Bluff und Schein wird an solchen Wettbewerben meist unterliegen. Nicht bei denen, die eine saisonale und regionale Küche schätzen.
Mensch, super, wer gar nicht weiß, was authentisch ist, darf herumkochen wie er will. Das nenne ich die wahre Freiheit! ;-)
Grüßle von Beute-Schwäbin Barbara
haha!
Gottfried, dass du mir taugst, war mir schon länger klar.
Das Messer meiner Oma war natürlich nicht im geringsten scharf, trotzdem wurde das Brettle erst dünner, dann kürzer. Ich hätte es gerne …
Cooking Cup, so’n Wettbewerb halt. Nicht ganz klein. War’n da Titelverteidiger.
Ja Robert, so ist das.
Aber so konnten wir stolzen Hauptes leften.
Wir würden es erneut nicht anders machen :)
Mach Dir nichts draus, zu einer authentischen Küche gehört doch allem voran eine ordentliche Prise Seele des Kochs! :-) Und ihr habt das durchgezogen, wohinter ihr steht. Alles prima!
Ich mache übrigens wegen gelegentlichen Faulheitsanfällen auch öfter gehobelte Knöpfle, aber wenn ich jetzt diese schön geschabten Spätzle hier sehe … man, hätt’ ich da mal wieder Lust drauf!
Ich hab für heute noch ein paar ganz besondere…
Mir gehen die mittlerweile leicht von der Hand, für 3 Personen schabt sich’s schnell.
Früher dachte ich, ich müsse gleich ganz viele machen, wenn ich schon dran bin. Blöde Idee, das hat’s mir dann irgendwie verleidet.
Deine Spätzle sehen lecker aus, und ich musste auch sehr lachen über den “Allgäuer Emmentaler”.
Also, wir nehmen Allgäuer Bergkäse und ein Stück Weisslacker. Und am Schluss schütten wir über das geschichtete Spätzel/Zwiebel/Spätzle/Zwiebel Gemisch einen Schuss Obstessig. Darauf kommt weitgereister Pfeffer und dann erst wird gemischt.
Mein Obstessig ist ausm Vorarlberg…..AuweiAuwei.
waaar voll lecker :))))
hab ich dir schon erzählt, dass ich schwäbische wurzeln habe? und meine oma hat für den mann ihres herzens (der aus dem schönen schwäbisch gmünd für sie nach thüringen kam) diese käs spätzle oft gemacht – und die kleine pe. bekam immer ne schöne portion ab ;)
Oh Petra, nein, das hast du nicht!
Wie reizend diese Vorstellung ist, dass ein Mann des Herzens ins schöne Thüringen kam!
Ich bin ja auch ein Kind der vielen Küchen und niemals hatte ich den Gedanken, dass mir das geschadet hätte :)
suuper lecker wars ! :)
Emmentaler aus dem Emmental, nicht allzuweit von mir entfernt ;) jedoch Spätzle schaben ist so eine Sache, werden bei mir nie so schön wie deine. Dafür kennen wir in der Schweiz auch das Endivien waschen in handwarmen, gezuckertem Wasser, ebenfalls von der Oma die hier Grossmutter genannt wird.
Grüessli
Irene
Sali, Irene!
Wegen dem Käse hab ich nochmal nachgeschaut:
“Allgäuer Emmentaler” aus dem Odenwald …. tz tzt tz :)
[...] schlimmer wird´s, wenn du Spätzle machst, hier kriegst da schon mal ein paar vor´n [...]
[...] tu ich mich halt ein bisschen schwer. Da machen Heike und Claus Spätzle und der Schwabe in mir kriegt feuchte Augen, weil er so weit von der Region [...]