Wunderbar sinnlich kann man über den Genuss schreiben.
Wie dir Sauce das Kinn heruntertropft und du dir die Finger leckst.
Wie ein Geschmack deine Sinne benebelt, deine Zunge streichelt,
deinem Gaumen schmeichelt.
Wie Tiefe und Farbe dich verzaubern, dich vor den warmen Kamin legen
oder auf wogende Meereswellen.
Wenn du aber über die Zubereitung von Speisen schreibst,
dann gelingt das kaum.
Passieren, Salzlake und Mehlschwitze sind technisch, Sinn-los.
Vielleicht taugen noch Lorbeer, Rauke und Einkorn, aber bei Petersilienwurzel,
Backpapier oder verrühren wird die Sache schon wieder eng.
Crux, oh Crux, du Sprache du!
So lege denn einen Rücken vom Kalb in Wasser, welches du mit einem Zwölftel Salz
aufgekocht und hernach wieder gekühlt hast.
Füge an Gewürz hinzu nach Lust und Liebe, doch bedenke seine Wirkung!
Nach zwei oder mehr Tagen stelle es zum trocknen beiseite und
beschütze es vor dem Getier. Lege es dann für Stunden ins Feuer,
aber achte darauf, dass es nur warm wird, nie verbrennt.
In einer Pfanne mit viel Butter brate es sodann so liebevoll an,
als würdest du deinen Ältesten nach einer Jagd im Schnee nur eben
erwärmen wollen.
Radieschensalat dazu.
Essen.








Poetisch, sinnlich, Kopfkino. Herrlich!
Erlaubt: Danke :)
Die Götter, ob der Erde schwebend, reiben sich schon ihre Bäuche…
wie die Flamme heiss im Ofen brennt und flackert, und das Fleisch im Feuer liegend, bei mir nach Stunden klein und kleiner wird.
Wie heiss ist denn dein Ofen ? Hehre Hestia, huldreiche Göttin des Herdfeuers, sag es mir.
Verzeiht, oh Herr, ich all der Fragen euch nicht dienen kann.
Doch hell genug die Flamme war, mir Licht zu geben, meine Hände zu wärmen und kein Loder versengte mein Linnen.
Heike, bei aller Poesie: ich brauch Fakten, um dieses holde, zart-schmelzende Fleisch auch auf meiner Zunge vergehen zu lassen und um es GENAUSO wie du nachzubasteln! Sonst ist es zu schön, um wahr zu sein :)
Gut das du es erwähnt hast, ich wollte Heike nämlich auch grad anschubsen und mehr Details entlocken. Aber jetzt hat sie ja schon mit den Fakten rausgerückt!
Heike, eine Wahnsinnssprache, hättest aber wohl nicht so gerne in dieser mittelalterlichen Zeit gelebt, oder? Da hätte man das Fleisch vor so allerlei Getier schützen müssen ;-)
Liebe Grüße von Barbara
Hier schreiben…
Liebe Heike,
ach wäs gäbe ich drum, solch schöne Worte zu finden wie Du *seufz*. Mir ist mein blog manchmal selbst zu trocken, farblos. Genug geheult, wunderbar sieht Dein Salzkalb aus!
Liebste Grüße, Tanja
Schöne Idee für die warmen Sommertage. Sieht sehr kalorienarm aus :).
Mir ist neulich auch mit Grausen aufgefallen wie oft ich “verrühren” geschrieben habe…….
Ich schick gleich die Jungs vorbei! Die mit den weißen Jacken, die man hinten zuknöpfen muss…:-)
@Micha: SONST NOCH WAS? :)
Also, 2 Tage in ca. 8%iger Salzlösung mit Wacholder und Pfeffer liegen lassen. Dann einige Stunden trocknen lassen und bei 65°C ganz lang in den Backofen schieben, so 2-3 Stunden je nach Größe. Dann in viel Butter mit einer angeschlagenen Knoblauchzehe anbraten. Supi-einfach. Und das Salz vom Einlegen kommt wirklich gut durch!
@Barafra:: Jedesmal beim Zahnarzt bin ich sehrsehr froh, im heute zu leben :)
@Tanja: Es ist wirklich nicht einfach, wenn man vom kochen schreibt. So ist das leider mit Bedienungsanleitungen…
@Steffen: Und sehr unaufwendig. Hab ja immer noch ein wenig Rückenstress, da muss es einfach gehen.
@Sybille: Unausweichlich, wenn man vieles verrühren muss. Ich bin’s auch oft leid. Das ist ehrlich gesagt auch der Grund, warum es hier recht wenig richtige Rezepte gibt :/
@Claus: Wasn, mhh? Wollen die mitessen? Platz hab ich genug, kommt rein, kommt rein! Aber ey, hallo? Was? NICHT FESSELN!
Bei solch Gefasel bekomme ich aus Trotz gleich Tourette…..verflucht,. was sieht das Fleisch geil aus.