Meine liebe Freundin Nata hat heute nicht nur was ganz
ähnliches im Angebot, sie hat vor kurzem auch erklärt,
was es mit der Sauregurkenzeit auf sich hat.
Mittendrin sind wir:
Gelagertes aus den Kellern wird schrumplig, viel neues gibt
es auf unseren Feldern noch nicht.
Überraschendes Erlebnis heute beim Einkaufen:
Da schaute sich ein Paar sämiche Tomaten genau an, legten sie dann
kopfschüttelnd beiseite und kauften eben keine.
Ich hab nachgefragt:
“Nein, sie kaufen keine Tomaten aus Tunesien, Marokko oder Spanien.
Das ist eine Geschichte der Moral und der Demut”, antworteten sie.
Es gibt sie also doch, die verantwortungsbewussten Käufer!
Und nein, die Tomatenbauern in Tunesien oder die Zuckerschotenbauern in Äthiopien
profitieren nicht von unseren Käufen. Es profitieren nur die Großkonzerne,
die zu Hungerlöhnen arbeiten lassen und die Landschaft ruinieren.
Die Lust auf solche Ware wird auch hier und hier verdorben.
So gibt es also Spargel und Kräuter und Bärlauch und auf den Rest
muss ich immer noch warten.
Immerhin haben meine Zucchini schon die ersten Blütenknospen, hurra!
Die Forellen waren die letzten, die der Züchter bis zum Herbst an meinen
Hofladen geliefert hat, also mussten die mal wieder herhalten.
In Polenta gewälzt, habe ich sie in Butter und Öl kurz knusprig gebraten,
dann bei 100°C im Backofen fertig garen lassen.
Vorgekochte Kartoffeln in Sesam gewälzt wanderten in eine andere Butterpfanne.
Ein Eigelb und wenig Wasser habe ich mit ein paar Blättern Bärlauch fein püriert und dann in
einen Mayonnaise-Ansatz aus einem anderen Eigelb gerührt.
Sauregurkenzeit?
Leider nein.








Nee, SaureGurkenZeit sieht anders aus, ganz anders.
Aber um dich habe ich mir auch keinen Moment sorgen gemacht ;)
Danke für die Inspiration.
Also bei uns hier in der Vorderpfalz ist nicht wirklich Saure-Gurken-Zeit ;- die ist definitiv vorbei.
Hier direkt in der Nachbarschaft wird schon fleißig auf den Felder geerntet, Radieschen, Spargel, frische junge Salate und Kräuter, feiner Möhrchen und Kohlrabi Spinat und die ersten deutschen Erdbeeren.
Ich bin eigentlich grad sehr glücklich mit dem, was es alles schon gibt :-)
An jeder Ecke stehen schon die Bauersfrauen und verkaufen leckere Dinge.
Und hab letztens mit großem Erstaunen festgestellt, dass die Holländer anscheinend etwas dazu gelernt haben. Ich hatte vor 2 Wochen von meinem Gemüsehändler Erdbeeren aus Holland, die absolut traumhaft geschmeckt haben und auch die Kirschtomaten waren wirklich gut. Anscheinend nehmen die Nachbarn andere Sorten als früher, beides hat mich wirklich überzeugt.
Da Gewächshausware, sicher auch nicht 100% ökologisch korrekt, aber sicher wesentlich vertretbarer als z. B. die spanische Alternative, die zudem wirklich null Geschmack bietet.
Das sieht wunderschön aus !!! So frühlingsgrün, frisch, lecker. Auf Forellen hätte ich auch mal wieder Lust.
Verantwortungsbewusste Käufer gibt’s immer mehr. Ich finde, so langsam spricht sich das doch herum und wird in verschiedensten Medien kommuniziert, da lesen bzw. sehen es dann doch mehr Menschen und machen sich ihre Gedanken. Gut so.
Sobald die kleinen Einlegegürkchen wieder da sind, schöpft man doch Hoffnung. Was mir hier allerdings wirklich fehlt, ist ein anständiger Forellenzüchter. Ich mag Forellen sehr, kriege sie aber leider selten in vernünftiger Qualität. Die letzten gab es im Herbst an der Mosel. Dafür musste ich aber einen ganzen Tag stramm bergauf und bergab wandern.
Ach so, ja, fast vergessen, weil das hier so selbstverständlich ist: Deine Forellen sehen phantastisch aus! Auf die Idee mit der Polenta wäre ich gar nicht gekommen. Nur den Bärlauch hätte ich nicht mitgegessen.
Ganz schön radikale Einstellung. Wenn sich die konsequent durchs Leben (Fortbewegung, Urlaub…Schokolade…) zieht, Hut ab.
@Micha: Nie macht sich jemand um mich Sorgen, menno! :(
@Su: Danke, dass ich inspirieren darf!
@Britta: Hast recht, die schlimmste Zeit ist schon vorbei. Von der Vorderpfalz bin ich ja nicht weit weg und hier tut sich auch schon allerhand. Mein Bauernladen verkauft auch schon die ersten Tomaten und Co. aus Treibhäusern aus Heidelberg(?). Hatte mir vorgenommen, mir die mal anzuschauen, aber die Zeit…
@Barbara: Ich hoffe, du hast recht. Was ich beim EInkaufen sehe, spricht meistens eher dagegen.
@nata: Das war aber ungünstig für deine eigene Energiebilanz, was? ;)
Ich ersetz für dich den Bärlauch durch Knoblauch und andere Kräuter. Achnee, das hast du ja schon selbst getan!
@schelli: In ganz vielen Bereichen bin ich leider nicht konsequent, aber ich arbeite daran. Bei meiner Ernährung habe ich, zumindest in meinem Haushalt, fast alle Baustellen beseitigt, aber Zitrusfrüchte, Kleidung, Möbel, Kosmetika …
Aus dem Ausland kaufen geht halt nur über die fairtrade Geschichte, ansonsten kann man immer sicher sein, das man, und vor allem die Produzenten, behumpst werden. Gilt übrigens auch für Spanien und Süditalien.
Regonal mit Lebensmitteln waren wir den ganzen Winter ganz gut abgedeckt, es gibt eine menge Gemüse, das in der kalten Jahreszeit angeboten wird.
Das wichtigste beim verantwortungsbewussten Leben ist, das man beginnt. Mit dem Vorsatz der Vollständigkeit zu beginnen ist immer zum Scheitern verurteilt: vieles ist nur schwer und nur mit Zeit und Gedult umzusetzen.
Jetzt scheint die Sonne. Kinder geschnappt und raus an die frische Luft. Die Luft ist heut ein Gardaseeimport, versandkosten- und emmissionsfrei von den Südwinden geliefert :0)
Das Gericht sieht insgesamt einfach fantastisch aus und macht unglaublich Appetit. Da brauche ich auch keine sauren Gurken und überbrücke die Zeit bis dahin sehr gerne, wenn so etwas die Alternative ist.
Die Kruste sieht so lecker aus……
Ich versuche so saisongerecht wie möglich zu kochen. Und doch gibt es manchmal Momente – selten, aber es gibt sie, in denen der innere Mistkerl siegt. So eben letztens bei den Zuckerschoten und dem spanischen Spargel…
Und diese Woche hatte ich Zucchini gekauft, die waren zwar aus der Schweiz, aber sicher ausm geheizten Tunnel. Was die Sache natürlich auch nicht besser macht…
Deine Forelle mit dem Kunsperpyjama sieht übrigens fantastisch aus.
@Christopher: Das ist mit so ein Punkt: Ich hab keinen Bock mehr, behumpst zu werden! Man kann sich das ja so wunderbar schönreden und niemanden kann man besser betrügen, als sich selbst. Ich mag nimmer…
@Malte: Danke dir. Musste vorhin übrigens sehr über deine Parmesansuppe lachen (ja, da stand nicht umsonst “passieren” im Rezept).
@Sybille: Im trific in Hamburg gibt es Februar/März oder so Stinte in Polenta, da hab ich mir das abgeschaut. Die Kruste wird total kross und bleibt es auch im Ofen. Werde ich noch öfter machen :)
@Wilde Henne: Ich für mich selbst bleib konsequent, aber ich hab Mitesser, und die bringen halt dann doch mal Erdbeeren oder Tomaten mit. Ich kann es ihnen nicht verdenken und werfe diese Dinge dann natürlich auch nicht weg. Du sagst ja selbst: Es sind Ausnahmen. Also weisst du vom Problem. Wenn jeder nur wenigstens mal sein Bestes gäbe! Und wie oben schon erwähnt: Nein, ich bin nicht perfekt. Aber ich geb den Weg dahin nicht auf.