Anstatt den massenhaften Fleischkonsum verdammenden,
den Unsinn von Ovolakto-Vegetarismus aufzeigenden,
den Sojamilch produzierenden Industriemolkereien drohenden,
den Aggro-Veganern in die Brust bohrenden (tief! tief!)
Zeigefinger zu erheben, zeige ich lieber meiner bloggenden
Kollegin Alice ein bis heute geliebtes Rezept aus meiner
eigenen vegetarischen Vergangenheit:
Grünkernbratlinge.
Einmal im damaligen Jahrtausend kaufte ich diese fertigen Pellets,
die man heute als Heizmaterial verwendet.
Danach begann ich selbst zu kochen.
Für ca. 12 Bratlinge (allein das Wort erzeugt schon Widerstand, ich weiss…):
250g Grünkernschrot – geräucherter ist super, falls man welchen findet
500ml Wasser oder Gemüsebrühe
1 EL Kartoffelstärke
1 Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Semmelbrösel
gehackte Kräuter, gewürfeltes Gemüse nach Wunsch – milde Chili und Schnittlauch hier bei mir
Salz, Pfeffer (andere Gewürze, z.B. Paprika, Curry, … nach Belieben)
Knoblauch und Zwiebeln in feinen Würfeln in Öl anschwitzen, den Grünkernschrot kurz mit
dazu geben und mit Wasser oder Brühe aufgießen.
Einmal kräftig aufkochen lassen, Gewürze/Gemüse zugeben und mindestens 30 Min. quellen lassen.
Soviel Kartoffelstärke dazu geben, dass eine formbare Masse entsteht.
Kleine Bratlinge formen und in Semmelbröseln wenden, dann langsam goldbraun in Öl ausbraten.
Lecker heiss und kalt, hier zu Kartoffel-Gurkensalat.
Einen hab ich doch noch:
Kam ein kleiner, dem Abbauen von Vorurteilen gedachter Bericht im TV.
Über ein veganes Paar.
Das auch Hühner hielt, und Enten und Gänse.
Warum auch immer.
Deren Eier landeten auf dem Kompost und Bitten der wenig elitären
Dorfbewohner, diese sammeln und essen zu dürfen, wurden abgelehnt.
Idiotenpack.








Ich mag Grünkern! Irgendwann füllte ich so eine Masse mal in Paprikaschoten, dieses Kindheitserinnerung-Lieblingsgericht von P. Und er mochte es! Sogar mehr als das; er bat um Wiederholung. Teufelszeug, dieser Grünkern!
Ich kenn so einige, die überrascht waren und den dann richtig gerne gegessen haben. Grünkern hat einfach Geschmack! Der versucht erst gar nicht, Fleisch zu immitieren :)
das ist ja so schön böse, ja es sind Idioten :-))!!
Solchen Dogmatismus kann ich absolut nicht leiden. Vegan zu leben IST eigentlich der richtigere Weg. Aber meiner gefällt mir besser :)
Nein, IST er nicht! Die können machen, was sie wollen, aber RICHTIG ist es deshalb noch lange nicht.
Jetzt hab ich doch tatsächlich “Idiotenpack” gelesen. Und mich gefreut. Wohlwissend, dass du sowas nie sagen würdest …
Was? Ich? Niemals, du hast recht! Niemals…
Wer jetzt? Diejenigen, die die Eier wegschmeissen, oder jene die sie essen wollen? ;-)
Na gut, was die unkontrollierten Eier im Zusammenhang mit den älteren Dorfleuten angeht … aber trotzdem!
Ach, die mag ich auch, könnt ich auch mal wieder machen. Sind irgendwie noch so Achtziger ;-)
Das sind Bamberger Hörnle auf dem Bild, oder? Gehören mit zu meinen Lieblingskartoffeln.
Voll 80er, Britta! Sit-ins gegen Pershing2, Rathausbesetzung für ein Jugendzentrum und Grünkernbratlinge :)
Hahh, dir ging’s wie mir: Es sind Ratten. Wobei ich gelesen hatte, dass es die sind und doch 5 Pfund Hörnle bestellt hab. Am Schluss bin ich dann mit 10 Pfund heim…
Ich bin nach wie vor nachhaltig froh, dass mich meine Eltern in den 80ern mit diesem Bioscheiß (aka Grünkernbratlinge aus der Packung) verschont haben. Da geht man an solche Sachen dann gleich ganz unbedarft ran. Macht Nachmachlust.
Durfte das Geziefer von den beiden Veganern denn Fleisch essen? Oder haben sie ihnen die Würmer und Käfer aus den Schnäbeln gezogen? (Wir füttern übrigens vollkommen schmerzbefreit Essensreste – auch Fleisch.. Hat den Hühnern in den letzten Jahrzehnten nicht geschadet.)
Über die Ernährung der Viecher wurde überhaupt nicht gesprochen. Auch nicht über die der 5-7 Hunde und Katzen….
Ach ihr habt Hühner, wie herrlich. Hätte ich doch nur etwas Garten mehr! Bis dahin nehm ich halt in Kauf, dass mir die Gemüsefrau alles Grün von Karotten und Kohlrabi abreisst :)
Hab das sehr genossen, als mein Vater noch Hühner hatte. Die mussten sich die Reste allerdings mit Susi dem Schwein teilen. Auch recht :)
Ich hab in meiner vegetarischen Zeit viel Grünkern gegessen. Mag ich!
Wieder was gemeinsam!
Ich mach ja recht viele dieser Bratlinge, ob aus Gemüse oder Haferflocken oder als letzte Entdeckung Kichererbsen. Aber der Grünkern ist unschlagbar!
Ich mag auch Grünkern, obwohl ich noch nie Vegetarier war – etwas konsequent durchzuhalten ist nicht meine Stärke… ;-)
Das Wort Bratling mag ich auch nicht, das klingt echt nach Vollwert der 1980er Jahre. Ich habe aber auch noch kein besseres Wort gefunden, Puffer, Burger, was weiß ich. Sind irgendwo auf dem Blog, auch ohne richtigen Begriff.
Deine panierten sehen natürlich super aus, vielleicht Frikadelle als Name? Mit Grünkern könnte ich auch mal wieder was machen, ist mir auch lieber als Gemüse, Kichererbsten, etc.
Ich geb ja zu, dass ich “Bratling” aus reiner Gehässigkeit seitdem benutze. Fördert unglaubliche Gesichtsausdrücke! :D
Ich hab Gemüse gerne so versteckt, damals, als Kinder Gewachsenes noch verabscheuten. Paniert und gebraten mag jeder!
4 Jahre vegetarisch-vollwertiges Leben am Bauernhof mit Geeidemuehle, Schrotmuesli und Sprossen. Die Gruenkernlaibchen (selbst gemacht, eh klar!) gehoeren eher zu den traumatischen Erinnerungen. Gruenkern wurde daher bei uns schnell durch Erdaepfel, Hafer oder Huelsenfruechte ersetzt.Man mag ihn oder hasst ihn. Fuer mich ist er Synonym eines Lebensabschnitts, den ich nicht missen moechte.
Verblendet und verkopft – das faellt mir bei solchen Berichten ein. Industrie-Sojamilch aus dem Tetrapack am Tisch und die Kuh mit den dicken Euter im Stall.
Oh, du hast mein vollstes Verständnis, meine Liebe! Laibchen ist ein guter Ausdruck, den merk ich mir :)
Verblendet und verkopft übrigens ebenso!
Vor ein paar Monaten wurde ein solcher auf facebook gefunden, wie er anderer Foodfotos als seine eigenen ausgab. Teilweise sogar von non-veganen Gerichten, denen er einfach einen anderen Titel gab.
Man glaubt es nicht, in was für wüsten Beschimpfungen durch ihn diese Geschichte endete…
köstlich, Text und Bratlinge. Nur, so richtig Dorf und Elitär, ist ja schon mal ein Widerspruch insich, oder? Wir essen unsere Hühenprodukte mit Vergnügen, genau wie alle anderen Geschenke der Natur. Den Grünkern werde ich demnächst mal versuchen, habe bisher noch Berührungsängste. Aber wir Allesfresser sind ja lernfähig ;)
Tu es! Aber wie Eline schon sagte: Man muss ihn mögen, er hat wirklich einen ganz eigenen, für mich sehr sehr leckeren Geschmack.
Aber du gehst ja ganz unvoreingenommen dran :)
Wir nennen diese flachen Teile Pflanzerl, da kommt doch das Vegetarische gleich klar auf den Tisch. Aber Fundamentalismus ist überall unappetitlich.