Vor langer langer Zeit hat uns Heike nach Gastbeiträgen gefragt. Beinahe fast so lange möchte ich dies gerne tun. Meine erste Idee sollte von meinen eher beschränkten Kochkünsten handeln. Diese Idee habe ich beinahe so schnell verworfen wie sie aufkam. Ein schlechter Koch bin ich keinesfalls, ich bin in der Küche durchaus ambitioniert, jedoch stoße ich relativ schnell an meine Grenzen.
Nebst vielen Interessen und einigen Hobbies, liege auch mal ich gerne vor der Glotze und schaue mir Kochsendungen an. Aber über Kochsendungen schreiben? Dies überlasse ich der sonstigen Blogszene – zu kritisch bin ich da. Somit bleibt eigenich nur noch eines… ich versuche mich an Restaurantkritiken.
Berlin ist dafür bestens geeignet und essen zu gehen kann quasi als Hobby von mir bezeichnen werden. Leider kommen und gehen die Restaurants in Berlin schneller als man Worte darüber verlieren kann. Bei dieser Fülle ans Restaurants wie sie in besonders hoher Zahl in den Berliner Kiezen vorkommen ist eines schlechter wie das andere. Gute und bezahlbare Küche in Berlin zu finden ist schwer. Man kann gut und gerne mehrere Hundert Euro bei Kolja Kleeberg im VAU oder im Regent`s Fischers Fritz mit Christian Lohse am Herd lassen. Das Essen im VAU ist ein Erlebnis und über jeden Zweifel erhaben und bei Herrn Lohse wird es mit Garantie nicht anders sein. Wir vom gemeinem Pöbel können uns ein solches “Abenteuer” nur einmal pro Dekade leisten und auch nur dann wenn wir dieses Geld über haben, aber wann hat man das schon mal? Entsprechend sollen die oberen 10.000 und die Tester vom Guide Michelin deren Gäste bleiben.

Ich weiche ab. Nachdem ich von all den A, B und C Promiköchen unterdessen ziemlich die Nase voll habe, so gibt es nur noch einen den ich nach wie vor sehr gerne schaue und extrem schätze. Ich spreche vom New Yorker Anthony Bourdain. Sein aktuelles Buch “Ein bisschen blutig” ist toll zu lesen und es zeigt wie wenig ernst er sich selber nimmt.
Diesen September habe ich es endlich nach 13 Jahren wieder nach New York City geschafft. Ein wahnsinnige Stadt – es brummt rund um die Uhr, aber die Extreme zwischen gutem und schlechtem Essen könnte nicht grösser sein. Im Restaurant The View im Mariot Marquis am Times Square wurden wir sehr teurer und bestenfalls durchschnitich bekocht.
Wer mich kennt, weiss von meiner Liebe zu einem guten Stück Fleisch und wo soll man besser Steaks essen als in New York? Ok, man bekommt sicherlich auch in anderen Städten sensationelle Steaks, aber für mich stehen die USA nicht nur für Fast Food und (un)beschränkten Möglichkeiten, sondern vorallem auch für Steaks. Von den meisten wurde uns das Wolfgang´s empfohlen – wir waren jedoch im Striphouse (endlich kommen wir zur einer Restaurantkritik, respektive einem Tipp). Ein tolle Atmosphäre! Rot beleuchtet und mit alten Aktphotos an der Wand. Ein bisschen eng bestuhlt, aber sehr prompter Service und tolles Essen. An meinem 20oz Ribeye Steak gab es nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln. Zur Beilage gab es Spinat und Kartoffelbrei – beides ebenfalls exzellent. Der Spinat mit Rahmsauce war perfekt abgeschmeckt wie es nicht besser hätte sein können. Der Kartoffelbrei fein und glatt wie ein Babypopo.
Was wäre für mich eine New York Reise ohne einen Besuch in ehemaligen Restaurant von Anthony Bourdain, dessen TV Sendung zu meinem bevorzugten Fernsehprogramm gehört? Entsprechend war der letzte Abend für unseren Besuch in der Brasserie Les Halles reserviert. Der Tisch war für 19:30 im “Hauptsitz” in Midtown an der Park Avenue bestellt (es gibt noch eine Filiale in Downtown). Was soll ich sagen? Es ist genau wie man sich eine französische Brasserie vorstellen soll. Anthony Bourdain kocht da seit über 10 Jahren nicht mehr. Er wird bei ihnen jedoch nach wie vor als “Chefkoch auf Reisen” benannt.
Mein Menü… Rinderfilet mit Pommes. Klingt einfach, aber es ist genau das was ich mir in einer Brasserie wünsche. Als Vorspeise gab eher unspektakuläre Weinbergschnecken – da kann man auch nichts falsch machen. Das Fleisch war perfekt gebraten und die Pommes waren super lecker und knusprig. Zur Begleitung gab es ein Glas eines leckeren Malbec welcher als Hauswein geführt wird. Es war mein kulinarisches Highlight.

Wer nicht nach Manhatten reisen möchte und dennoch die Atmosphäre einer Brasserie geniessen will sollte den Weg an die Schützenstrasse in Berlin-Mitte finden. Im Restaurant et Brassiere Entrecote gibt es fantastische französische Küche mit tollen Weinen und vielen Franzosen im Service – man fühlt sich wie in Paris und man kann es sich auch regelmässig leisten.







Marc, mein lieber Freund, danke, dass du uns mitgenommen hast!
Nach NY zieht es mich nicht so sehr, aber Berlin ist endlich mal fällig!
Marc,
Da probier mal zum Steak was aus der Region Cahorscosse, nicht verwandt oder verschwägert, Malbec vom Winzerpaar Cosse Maisonneuve und zwar La Fague.
Das Steak wird zur Nebensache!
Grießle
max
Danke für den Tipp, werde ich tun!
Ach, da bekommt man ja gleich wieder Fernweh.
Obwohl wir nun schon 3x in den Staaten waren und dabei gute 10.000 Meilen durch etwa 20 Staaten gefahren sind: New York heben wir uns für einen extra-Trip auf.
Und jetzt wissen wir ja auch, wo wir dort essen gehen können ;-)
Danke für die Zusammenfassung.
Wir haben übrigens kürzlich fantastische Steaks in Palm Springs (dry aged) im LGs gegessen.
Ein Fleisch wie es es bei uns einfach nicht gibt!
Mit leckerem Gruß, Peter
Hm, ich wohne schon lange in Berlin, bin ebenso begeisterte Restaurant-frequenteurin und doch etwas überrascht. Denn gute und bezahlbare Lokale findet man hier in großer Zahl. Gerade in der Preisklasse des Entrecôte. Gutes Fleisch? Filetstück. Brasserie-Atmosphäre? Brasserie am Gendarmenmarkt. Exzellente französische Küche? Pastis. Und ich könnte noch einige mehr aufzählen. Ja, manch ein Laden ist schnell wieder geschlossen, um den einen ist es nicht schade, den anderen vermisst man. In NY, wo ich noch nicht war, sicher nicht anders als hier. Viele Grüße!
Ich bin erst seit 3 Jahren in Berlin, da konnte ich mich noch nicht durch die Stadt “freßen”. Konzentriere mich hauptsächlich auf den F’hain Kiez. Und für danke für die Tipps. Pastis und Brasserie am Gendarmenmarkt werde ich ausprobieren :-)
Fräsen? ;-) In F’hain gibt es wirklich einige gute Orte des guten kulinarischen Geschmacks. Aber auch oder gerade der Rest der Stadt bietet, von Reiseführern zumeist unbeobachtet, viele Orte zum Genießen. Nicht nur für den fetten, sondern auch den normalgewichtigen Geldbeutel. Wohlan! :-)
Hallo Heike,
ich war vor 4 Jahren bei Anthony Bourdain in Downtown essen (ich hatte mir alle Reiseberichte von ihm angesehen und da musste ich einfach hin. Die Reisebreichte habe ich sogar noch auf dem Rechner). Das Essen war sehr gut, allerdings nicht gerade günstig (um es ‘mal so zu sagen).
Vor 2 Wochen war ich wieder in NY, da hat aber die Zeit nicht gereicht, um dort wieder einzukehren. Aber es gibt auch ganz gute Deli’s (und andere locations), wo man gut und preiswert essen kann.
Viele Grüße
Mike