Die Tage erreichte mich eine Mail der lieben Barbara und ich finde,
dieser schöne Text zum Butterbrotverhältnis darf nicht
im Mailordner verstauben.
Danke, Barbara!
Ich sag’ es gleich: Mein Verhältnis zum Butterbrot ist kein ungetrübtes.
Seit ich denken kann, würde ich am liebsten drei Mal am Tag warm essen,
und belegtes Brot mochte ich noch nie sehr überzeugt.
Den Rest haben meiner von jeher belasteten Beziehung zum Butterbrot aber die
öden Stullen gegeben, die ich tagaus, tagein mit in die Schule bekam:
Zwei Scheiben massives Vollkornbrot, die eine Hälfte mit mittelaltem Gouda
(gibt es eigenich einen langweiligeren Käse?), die andere mit Mettwurst belegt;
eine durch und durch freudlose Angelegenheit.
Ich habe Schulbrote getauscht, verschenkt, heimlich entsorgt – weg mussten sie,
denn noch schäbiger als Brote in der Spielart “frisch gestrichen” finde ich bis
heute die leidigen Hasenbrote, denen man jede Minute eines langen Tages, den sie
ungekühlt in den Tiefen des Rucksacks verbracht haben, anschmeckt.
Als ich Jahre später Deev Bucks genialen Film “Erst die Arbeit und dann…?!” sah,
in dem er am Küchentisch sitzt und stöhnt „Mettwurst und Käse, Käse und Mettwurst,
immer nur Mettwurst und Käse…!“, habe ich in meinem Kinosessel aus vor Mieid
vollem Herzen laut geseufzt.
Butterbrot – das war für mich lange Zeit DAS Synonym für Eintönigkeit und Langeweile.
Dass wir uns überhaupt wieder angenähert haben, das Butterbrot und ich,
ist der klassischen “BLT”-Kombi zu verdanken, die ich bei einem längeren
England-Aufenthalt während des Studiums für mich entdeckte:
Bacon – Lettuce – Tomato, natürlich mit ordenich Ketchup:
Diese kleine, teils warme Mahlzeit auf labberigem englischem Brot der Marke
“Mother’s Pride” habe ich eine Zeit lang regelrecht verschlungen.
Als ich das endlich satt hatte, folgte eine ganze Weile des Tüftelns und Testens,
bis ich schließlich die Variante fand, auf deren Grundlage ich mich aussöhnen konnte mit der Stulle.
Ein Friedensvertrag auf Brot, besiegelt mit Fleisch und Frucht und unterzeichnet
mit einer so gut abgeschmeckten Vinaigrette, dass er bis heute Bestand hat.
Und so geht er:
Ein paar Scheiben Brot der Wahl – auf den Bildern ist es einmal leckeres Nussbrot und einmal
ein Pain Parisienne – anrösten. Nein, nicht schnöde im Toaster!
Damit das Butterbrot seinen Namen zu Recht trägt, werden die Scheiben im Pfännchen mit einem
ordenichen Stich Butter von beiden Seiten sanft gebräunt.
Im zweiten Pfännchen zeitgleich ein paar Scheiben Bacon knusprig braten.
Brot mit Bacon und in Scheiben geschnittenen Avocados belegen und mit einer zuvor
zusammengerührten Vinaigrette aus weißem Balsamico, Apfelsaft, Salz, Pfeffer, Honig, Senf,
Olivenöl und roten Zwiebelwürfelchen beträufeln.
Der salzige, knusprige Schinken und die cremige Milde der Avocado harmonieren
perfekt mit der leicht fruchtigen Säure, die das Dressing mitbringt. Mjammm!








Wunderbares Butterbrot und ein wunderbarer Beitrag zum selbigen Thema.
Besonders gefreut hat mich der Hinweis auf´s Hasenbrot !
Ich sprach schon mal davon……. :-)
So, Barabara, würdest Du mir jetzt bitte ne Stulle schmieren ?
Klar, Tom, Mettwurst oder Käse? Und wenn’s nicht ganz dolle eilt, kann ich die Stulle auch gern noch ‘nen halben Tag im Rucksack durch die Gegend schlüren, dann kriegste sogar das Hasenbrot-Upgrade… ;-)
Und: Dankeschön!
Ja es gibt sehr viele Käse die deutlich langweiliger und geschmackloser sind als ein mittelalter Gouda, wenn es sich um einen Rohmilch – Bauernkäse handelt.
Ich stimme ja zu das die Fabrik Gouda eher langweilig sind.
Doch es gibt eben auch Boeren kaas aus Rohmilch und der hat richtig Geschmack auch als mittelalten Gouda und der alte schmeckt wirklich herrlich nussig.
Yep, Wolfgang, sehe ich heute auch so. Und alten Gouda finde ich sehr, sehr klasse! Der damalige war sicher ein Fabrik-Gouda und – das war ja der eigentliche Knackpunkt – es war der einzige, der zur Wahl stand. Käse, das war stets und immer und unentwegt: mittelalter Gouda. Und der wurde für mich eben nach und nach zum Symbol für die Tristesse des Alltags… ;-)
Genau das hätte ich jetzt gern!
Und für Sohnemann ist die Stulle/Bemme dass, was ihn darüberhinwegrettet, Sodhexo essen zu müssen. Welch wundervolle Alternative. Zumal das Brot von einem richtig guten Bäcker stammt…
Danke, Sandra. Nach Sodexo musste ich jetzt erst mal googeln. Okeeeee, ich verstehe, was du meinst…
Da bin ich doch gleich dabei…mit Speck fängt man Mäuse…und mich!
:-)
Genau, wir wissen was gut ist, gell Sybille – Avocado mit Speck! Egal, ob da jetzt Brot drunter ist oder nicht… ;-)
In der allergrößten Not
schmeckt der Speck auch ohne Brot… ;-)
Sehr schönes “Butterbrot” :-) Lecker!!!
Merci vielmals! :-)
Sehr schön :-)
Zum Thema Gouda… so ein Old Amsterdam finde ich noch ganz lecker. Was ich aber als viel schlimmer wie die 08 15 Goudas finde ist Cheddar.
Vielen Dank! Und was den Cheddar angeht: Echt, findest du? Okay, es darf eben auch kein 08/15-Cheddar, möglichst in Scheiben aus dem Päckchen, sein. Aber so einen schönen, alten Cheddar mag ich schon recht gern…
Dieses Butterbrot würde sogar ich mögen, ich bin ja normalerweise auch ein Butterbrotverächter ;-)
Glücklicherweise hab ich zuhause noch eine Avocado liegen, die demnächst fällig ist, statt wie geplant Tomaten gibt es jetzt diese Kombi damit!
Eine Seelenverwandte… :-)
Guten Hunger!
Issss das gut……dieses Thema “Butterbrot” alles so spannend hier zu lesen. Und wieder was gelernt, mit Bacon und Avocado so ein Brot hätte ich gerne! Ein pfannengeröstes Brot mit Tomaten wäre auch nicht zu verachten, hach, was für schöne Brote aber ohne Gouda bitte. LG Ingrid
Genau, du sagst es: “…aber ohne Gouda bitte“. :-))