Zwei Monate ist das schon her, Kinder, wie die Zeit verfliegt!
Lang schon reizte Palermo mich und als die Tage im November
immer dunkler und trüber wurden, buchte ich spontan.
Endlich!
Den Plan, in schwarzem Anzug mit Hut und Sonnenbrille anzureisen,
verwarf ich dann aber….
Was für eine Stadt!
Eine Woche lang lief ich staunend die Strassen ab, fand mich in
düsteren, verfallenen, morbiden Vierteln mit Zeugen der Baugeschichte
hinter jeder Ecke und voll freundlicher, lebhafter, bunter Menschen.
Nicht einmal fühlte ich mich unsicher, obwohl ich sogar gewarnt wurde.
Und die Genüsse!
Kleine Gerichte gibt es an jeder Ecke, die Märkte bersten über wie
arabische Basare, unzählige Bäckereien und Restaurants:
Ich war im Himmel!
Sehr viel wird nun renoviert in Palermo, ob in den kleinen Altstadtgassen
oder an den Prachtbauten des Barock und ich bin sehr gespannt, wie sich
das auf das Gesicht der Stadt auswirken wird.
Palermo, ich komme wieder!
Alle Fotos würden den Rahmen sprengen, drum die Links zu facebook
hier und hier.
Eine Fischsuppe in einem kleinen Restaurant nah des Hotels hat mich
umgehauen. So einfach, so gut, dass ich sie am letzten Tag nochmal
bestellt habe:
Fenchel, Knoblauch, Tomate, Safran, Fisch mit Kopf und Gräten, Muscheln
und Garnelen. Und alles so intensiv im Geschmack und seinen Geschmack
transportierend, kein Gemisch und Gemenge sondern ganz differenziert
und man konnte nur mit Fingern und Löffel essen und alles wurde gelb.
Einzwei Glas Landwein dazu, ein Berg von Abfällen, ein flirtender
Kellner und ein Ziehharmonikaspieler.
Die letzten zwei fehlen zuhause und nein, ich miete sie mir auch nicht,
aber glatt spür ich beim Essen die Sonne wieder im Gesicht!
Vernünftige Garnelen bekam ich leider nur ohne Schalen und mein Fisch
war schlichter Hering. Ihr wisst schon, Überfischung und so…
Das Rezept ist improvisiert, aber so hat’s prima funktioniert:
Muscheln klassisch mit angeschwitzen Zwiebel-und Karottenstreifen, Knoblauch
und Weisswein zubereiten und fast alle aufessen.
Feine Fenchelscheiben in Butter anschwitzen und die Hälfte beiseite stellen.
Die resichen mit dem Muschelsud samt Gemüse aufgießen und etwa die doppelte Menge
passierte Tomaten zugeben. Kräftig würzen mit Chili, Knoblauchscheiben, Safran,
Zitronenabrieb und gemörserten Fenchelsamen und die Tomatensäure verköcheln lassen.
Fisch und Garnelen extra braten und zum Schluss mit den Muscheln und dem
zurückbehaltenen Fenchel zur Suppe geben.
Mit gehackter Petersilie, Fenchelgrün und Ringen von Lauchzwiebeln bestreuen.








Schööön! Eine Suppe für Leib und Seele – so soll es sein! :-)
Ich hab den Rest des Abends davon gegessen :)
Ich hab schon seit Tagen wieder so Fernweh nach Sizilien… und jetzt kommst du hier mit Palermo.
Wir haben ja nur einen Teil der Insel gesehen und sie ist ja so groß und sooo schön… ich denke, ich muss da bald noch mal hin, vielleicht sogar schon dieses Jahr.
Die Menschen sind so unglaublich nett, dass Essen so überirdisch gut und die Insel so wunderschön und geschichtsträchtig.
Ich muss unbedingt noch mehr von der Insel sehen, essen, plaudern, lachen :)
Wenn ich bis jetzt noch kein Fernweh hatte, bei Deiner schönen Erzählung und den super Fotos taucht es langsam auf. Orangenernte und viel Wärme, das könnte ich jetzt auch gut gebrauchen.
Liebe Grüße
Anna
Oja, die Zitrusfrüchte! Ich hab sogar welche der Sorgfalt der Fluggesellschaft anvertraut und in den Koffer gepackt. Ging zum Glück gut! :)
Nächstes Mal komm ich mit!
Ich nehm dich beim Wort, Liebes!
Du auch noch mit Palermo … momentan wollen wir anscheinend alle nach Sizilien. Beim letzten Urlaub dort waren wir im Osten, und wollten dort eigentlich auch wieder hin, aber deine Palermo-Beschreibung macht mich da etwas unsicher …
Kurz hatte ich über Catania nachgedacht, aber alleine das Wort “Palermo” übte einen zu großen Reiz aus. Der Plan war ursprünglich, mit einem Mietwagen die Insel etwas zu erkunden. Ich hab’s gelassen, die Stadt hielt mich gefangen.
Aber: Das geht nicht jedem so. Eine englische Familie, mit der ich einen Abend verbrachte, konnte dem Verfall und der Morbidität überhaupt nichts abgewinnen. Sie wurden dann auf dem Weg nach Catania während der Fahrt überfallen …
Wundervolle Suppe! Die rutscht ganz nach oben auf meiner nicht schriftlichen Unbedingtkochenliste. Und Sizilien… ich bin schon da und dort gewesen, aber noch nie in Italien… Und wie du es beschreibst… Das muss geändert werden. Ja, vielleicht noch dieses Jahr.
Eine uneingeschränkte Empfehlung für beides! Dieses und alle folgenden Jahre :)
…am liebsten Koffer packen..sofort !
Hab mich lange zit nicht an Fischsuppe rangetraut, doch nachdem ich unlängst in einem Restaurant sehr enttäuscht wurde ( die war mies ! trotz Muscheln :) ),maxchte ich mich dann doch mal daran und seitdem könnte ich die einmal in der Woche essen.
Nachdem ich jetzt auch noch deine vor Augen hab, wahrscheinlich einmal täglich !
Sagte ich schon was zu den Fotos ? Nicht nötig, gell !
G R O S S A R T I G ! ! ! !
Hach du lieber :)
Ich bin ein wenig knifflig mit Fischsuppe, so mag ich es ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht, wenn alles nach Fisch schmeckt. Die Komponenten einzeln zu garen, ist drum meine liebste Methode.
da sitz ich hier und mir läuft das wasser im mund zusammen. ich liebe diese tomatigen kombinationen mit fisch und diese suppe ist total klasse :) sizilien noch nicht, italien jedes jahr – d.j. wieder im mai und über die suppe uns sizilien denke ich nach :)
Ich mach’s zu selten. Beides :)
So eine schöne Fischsuppe habe ich noch nie gesehen!!
Dass sie auch so schmeckt ist mir eh klar.
Uii, da werd ich nun ein wenig verlegen … *knirsch*
Ich glaub´, da muss ich mal hin! Feines Süppchen.
Vielleicht sollten wir ein Event dort starten? :)
Hallo Heike,
ein wirklich schöner Blog! Dein individuelles Theme und deine Erfahrungsberichte gefallen mir wirklich gut. Alles Gute,
Moody
Danke dir, Moody und viel Erfolg mit deinem! :)
Liebe Heke,
würdest Du die Adresse für die Fischsuppe veröffentlichen? In 10 Tagen bin ich zufällig in der Nähe und brenne darauf, sie im Original zu testen…
Hallo schelli,
gerne doch: http://www.alcancellettoverde.it/
das ist ganz in der Nähe vom Politeama. Ende November konnte man dort auch abends noch ganz prima draussen sitzen.
Zu viel darf man nicht erwarten, das ist schlichte Küche, aber zum Beispiel ein Kalbskotelett mit Gemüse dort waren auch ein Genuss!
Ach und auf die Rechnung sollte man achten. An einem Abend haben sie es heftig verpeilt und es hiess dann nur noch:
“I believe 40 Euro” :)
Einfach nur…lechz…In diesen düsteren Tagen hab ich oft dran gedacht einfach irgendwohin in den Süden zu fliehen. Gut gemacht, und fantastisch gekocht!!
Hallo Heike,
ich habe im Mai vor, dass ich nach Palermo reise und bin zufällig auf Dein Rezept gestoßen. Mmmh, sieht ja super lecker aus. Ich versuche Deinen Vorschlag auch zu improvisieren und bin schon gespannt, ob ich es auch so toll hinbekomme, wie auf Deinen Fotos. Ich freue mich schon meine Erfahrungen zu teilen!
Lg und danke für den Rezeptvorschlag sagt Birgit