So.
Da sprach ich also von Demut und Verzicht, Buße und Umkehr,
und schon wenige Tage später kam das Kaninchen.
Sanft und zart, prächtig gewachsen, ein wenig pummelig wohl
und sich dann verwandelnd in das böse kichernde, mich nachts
im Traum clownsgleich angrinsende Kaninchen des Grauens.
Gut fing das an mit uns, nicht wirklich Freunde, wie auch?
Du weisst schon, einer von uns beiden lebte ja nicht mehr.
Aber wir kamen klar miteinander.
Ich bedankte mich für das mir gelassene gute Leben, kümmerte
mich sorgsam um Geselligkeit im Topf und überließ der
Hitze den Rest.
Düfte eroberten das Haus, drangen in alle Ritzen, kitzelten
in Nase und Gaumen und luden zu Tisch.
Doch! Was? Niemand da?
Eine erste Mahlzeit allein also, ein halber Lauf, welch ein Genuss!
Des Abends dann den Rest davon, fingerleckend und glücklich.
Noch.
Ein viertel Rücken, ein Vorderlauf am nächsten Tag, am Abend
dann bereits ohne Brot nur ein kleines Stück mit Sauce.
Am Folgenden, schon sehr geschwächt, ein Bissen zum
Frühstück und ein großes Glas Wein.
Tag vier und fünf existieren nicht mehr bewusst, hellblaue
Kaninchen auf rosa Elefanten durchritten meine Nächte und
aus Genuss wurde Qual.
Falls du aber verlässlich anwesende Esser einplanen kannst,
keine Angst vor hellblauen Kaninchen hast oder einfach mal
nur einen großen Topf ganz für dich allein magst:
Kaninchen in 6-8 Teile teilen: 4 Läufe und den Rücken je nach
Größe ev. halbieren. Vorhandene Innereien klein hacken.
Die Teile goldbraun anbraten und beiseite stellen.
Klein gewürfeltes Wurzelgemüse, Innereien und 2 EL Tomatenmark
im gleichen Fett anbraten.
Mehrfach mit trockenem Weißwein ablöschen und einkochen lassen.
Ganze, geschälte Knoblauchzehen und Schalotten, Orangenachtel,
eine halbe Zitrone in Scheiben, ein Stück Ingwer, ein Lorbeerblatt,
guten schwarzen Pfeffer und Rosmarin dazu geben, mit etwas Brühe,
Hühner vielleicht, aufgießen, die Kaninchenstücke darauf legen
und bei mit geschlossenem Deckel 2-3 Stunden schmoren.
Die ersten zwei Tage mit knoblauchbuttergeröstetem Weißbrot
einfach nur götich!








Hihi. Erinnert mich an das Märchen, vom Prinzen, der immer glücklich sein wollte (und es auch wurde und irgendwann daran verzweifelte), welches Weihnachten in der Dresdner Funkelstadt aufgeführt wurde.
War der TK randvoll, oder wolltest Du bewusst nix einfrieren?
Ich dachte die ganze Zeit: Gleich kommt bestimmt wer zum essen!
Grmpf.
Kumpanen – hab ich gestern gelernt, sind die mit denen man das Brot teilt (cum pane). Vielleicht auch ein Kaninchen.
Das nächste kündige ich VORHER hier an…
Da haben deine Kumpanen aber wirklich etwas verpasst. So ein köstliches Kaninchen würde mir immer munden.
Wie verhext war das, normal halten sich hier keinerlei Reste lange!
Ich wäre schon auf ein Bein vorbeigekommen ;-)
Ich lege eine Liste an für die Zukunft :D
…und ich dann für das nächste.. :)
Und du stehst auch drauf :)
Kaninchen geht bei mir gar nicht. Doch ich hätte Dir wenigstens bei einem Glas Wein Gesellschaft geleistet.
Für dich, meine Liebe, wird es das gleiche Gericht mit Huhn geben!
Liebe Heike,
ich glaube, das mit dem Kaninchen ist eine gute Idee. Muss ich mal wieder machen, es muss ja nicht immer gleich ein ganzes Pferd sein. Ein kleines Tier ist auch nicht schlecht.
Es grüßt ganz ohne Tiefkühllasagne
Martin
Auf der Liste hätte ich auch gern ein Plätzchen für zukünftig geplante Kaninchen, oder was Du sonst noch so loswerden möchtest :) …..und da sitzen wir und warten auf Dich im Ländle und Du sitzt zu Hause und isst ALLEIN ein Kaninchen ;)
Huhu – das ist ja ein scary movie!! Das Kaninchen und ich, Schuld und Sühne! Das Fleisch sieht aber schön aus, hab’s selber noch nie probiert.